Michaela Holzinger zieht Resümee

(c) Michaela Holzinger

Krimskrams im Herz

Jetzt sitze ich da, nach zwei Monaten LESERstimmen, und habe ein seltsames Gefühl, weil mir bewusst wird, dass es mir genauso ergeht, wie Lenny in meiner Geschichte. Angefangen hat alles mit Krimskrams im Kopf. Und jetzt? Jetzt habe ich es, wie im letzten Kapitel, auch im Herz und wer ist daran schuld?

Ich kann es Ihnen sagen, liebe BibliothekarInnen, denn diese Zeilen richten sich an Sie.

Schuld daran ist Ihre wunderbare Art, Plätze zu schaffen, in denen Bücher noch lebendig sind und Menschen erreichen, um sie auf ihre Höhenflüge mitzunehmen. Ich spreche von den Büchereien und Bibliotheken, in denen ich in den letzten Wochen zu Gast sein durfte. Allesamt haben sie mich beeindruckt, weil es Orte sind, wo die Liebe zum Lesen bis ins kleinste Regal spürbar ist.

Ich bin Ihnen also dankbar, dass Sie mir Krimskrams ins Herz gezaubert haben, weil Sie unheimlich viel mit Ihrer – oft ehrenamtlichen! – Arbeit erreichen. Und das MUSS an dieser Stelle gesagt werden, finde ich. Denn was wären die LESERstimmen ohne Bibliotheken und die Menschen, die die Bibliotheken aufrechterhalten?

Ich denke da …

… an die vielen Stunden, in denen Bücher eingebunden und katalogisiert werden müssen

… an jene Zeit, in der es draußen herrlich schön ist und man trotzdem die Bücherei aufsperrt, um den Menschen den Zugang zu Büchern zu ermöglichen

… an das offene Ohr, das man hat, denn nicht immer geht es in der Bücherei ums Bücher ausborgen

… an die unermüdliche Zusammenarbeit mit Gemeinden, Stadtverwaltungen, Schulen, Kindergärten

… an das viele Organisieren dahinter

… an das Aufmerksam machen, dass das Lesen wichtig ist

… ans daran glauben, dass Kinder und Jugendliche heutzutage sehr wohl fürs Lesen zu begeistern sind

… an die Motivation, Kultur und Kunst und Andersrum denken in die Köpfe der Leute zu bringen – es zumindest anzubieten

… an die Momente in meiner Lesung, an denen Sie herzlichst mitgelacht haben. (Da geht mir jedes Mal das Herz auf, ehrlich! Vielen Dank, dass Sie sich diese Freude an Geschichten erhalten haben!)

… an die exzellente Betreuung! Für das Sessel schleppen und Räumlichkeiten herrichten. Ich weiß, das macht nicht immer Spaß, aber ein liebevoll hergerichteter Raum lässt die Geschichte besser wirken. Danke also, dass Sie das wissen und sich daher die Mühe machen!!!

… besonders an die Gastlichkeit! Es ist ein tolles Gefühl, freudig erwartet zu werden. Und ich denke an die vielen kleinen Geschenke, die ich in den letzten Wochen entgegen nehmen durfte. Ich werde sie und auch Sie – liebe BibliothekarInnen – lange im Herzen tragen, wenn ich zum Beispiel: verkühlt bin und mich dann über Ihren Honig freue, oder bei der Jause über das wunderbare Zirbenschneidbrett, die vielen Blumen, die meinen Garten noch bunter machen, den Schilcher und den Messwein, den wir uns schmecken lassen werden, die Schokolade und noch viele andere Nettigkeiten. Und vor allem denke ich daran, dass das alles nicht selbstverständlich ist. Danke also, liebe BibliothekarInnen, von Herzen!

Auch bedanken möchte ich mich bei euch, liebe Martina Stadler und Katharina Portugal! Ohne eure gewissenhafte Organisation wäre ich wohl manches Mal zu spät gekommen oder gar anderswo gelandet. So aber sind die letzten Wochen reibungslos und pfiffig über die Bühne gegangen. Alles war tiptop organisiert, was bei so vielen Lesungen und gefahrenen Kilometern nicht selbstverständlich ist. Danke also auch an euch! Darauf werden wir am 9. Juni bestimmt ein Gläschen trinken.

So, und jetzt höre ich auf Süßholz zu raspeln, aber so ist das eben, wenn man plötzlich Krimskrams im Herzen hat :-)

(c) Michaela Holzinger

Die Fotos zeigen einen kleinen Auszug jener wunderbaren Büchereien, in denen ich in den letzten Wochen zu Gast sein durfte. Allesamt sind sie liebevoll gestaltet, um Büchern einen ehrwürdigen Platz zu bieten.

Fotos:Michaela Holzinger