Zahlen & Fakten: Bibliotheken und Leseförderung

Mit „LESERstimmen – Der Preis der jungen LeserInnen“ organisiert der Büchereiverband Österreichs (BVÖ) 2017 zum fünften Mal die bundesweite Kampagne, um die Lust am Lesen zu steigern, die Leistungen der Öffentlichen Bibliotheken sichtbar zu machen und die Kinder- und Jugendliteratur zu fördern.

Lesen in Österreich
Österreich hat ein dichtes Netz an Öffentlichen Bibliotheken: Rund 81 Prozent aller Österreicherinnen und Österreicher leben in Gemeinden mit zumindest einer Bücherei. Öffentliche Bibliotheken spielen eine bedeutende Rolle in der Kultur- und Literaturversorgung und bilden in ihrer Gesamtheit die größte außerschulische Bildungsinstitution in Österreich.

Ihrem Leitbild nach verstehen sich Öffentliche Bibliotheken als Kultur-, Bildungs- und Informationszentren und nehmen als Orte der Begegnung sozial-integrative Aufgaben wahr. Sie sichern den einfachen Zugang zu Informationen für alle Bürgerinnen und Bürger, bieten einen aktuellen Bestand und eine breite Medienvielfalt: Neben Belletristik und Sachbüchern können Zeitschriften, AV-Medien, E-Medien und Spiele entliehen werden. Eine zentrale Aufgabe Öffentlicher Bibliotheken liegt in der Lesewerbung, Leseförderung und aktiven Leseanimation für Kinder. Öffentliche Bibliotheken gehen mit der Zeit und versuchen mit digitalen Angeboten, spezialisierten Services und dem Angebot von öffentlichem Raum den aktuellen Bedürfnissen ihres Zielpublikums entgegenzukommen. In ihrer Ausrichtung unterscheiden sie sich von wissenschaftlichen Bibliotheken, die sich vorwiegend an Studierende und wissenschaftlich Arbeitende richten.

Bibliotheken in Zahlen
Der BVÖ, der Dachverband der Öffentlichen Bibliotheken, erstellt alljährlich die Statistik Öffentlicher Bibliotheken. Im Jahr 2015 wurden 1.419 Öffentliche Bibliotheken erfasst. 2015 standen 11.045.702 Medien 824.237 BenutzerInnen zur Verfügung. Einen leichten Anstieg zeigt die Zahl der BesucherInnen. Bei den Entlehnungen erreichten die Öffentlichen Bibliotheken mit 22.888.778 ein Plus von 0,6 Prozent im Vergleich zu 2014. Auch die umfangreiche Veranstaltungstätigkeit der Büchereien spiegelt sich in der Statistik wider: 2015 wurden bei 41.853 Büchereiveranstaltungen 1.093.627 TeilnehmerInnen gezählt. Einen hohen Anteil daran haben Gruppenführungen. Sie sind ein Zeichen für die aktive Zusammenarbeit der Büchereien mit Kindergärten und Schulen im Bereich der Leseförderung.

Literaturnahversorger Bücherei
Kinder und Jugendliche sind eine besonders wichtige Zielgruppe der Öffentlichen Bibliotheken: 2015 waren rund 34 Prozent der BibliotheksbenutzerInnen in Österreich Kinder, 8,5 Prozent waren Jugendliche. Die Kinder- und Jugendliteratur macht einen großen Teil des Bestandes wie auch der Entlehnungen aus. Öffentliche Bibliotheken haben die Chance, Kinder und Jugendliche beim Prozess des Lesenlernens zu unterstützen und zu motivieren und zugleich Kundinnen und Kunden von Beginn an zu gewinnen und zu binden. 

Gerade in ländlichen Gebieten nehmen Büchereien zudem oft die Rolle des einzigen Literaturnahversorgers ein – insbesondere für nicht mobile Zielgruppen, zu denen Kinder zählen. Ohne das Netz der Öffentlichen Bibliotheken wäre eine flächendeckende Versorgung mit Literatur in Österreich nicht möglich.